ÖTILLÖ World Series

09.06.17 - Ich habe noch nie, wirklich nie so gelitten

Manchmal muss man etwas verrücktes machen. Nachdem mich Diana nach dem Swimrun Utö in Schweden fragte ob ich den Swimrun Engadin mit ihr machen wollte war meine Antwort ein klares "nein". Für solche Distanzen bin ich nicht gebacken und ein 3/4 Jahr nach meiner Fuß OP Trails zu laufen wird auch nicht clever sein. Kurzum: 3x Fragen später willigte ich ein und machte meinen Kopf bereit für ein Rennen von dem ich eigentlich noch nichts wusste.
Klar Swimrun: eine undefinierte Anzahl von Lauf- und Schwimmpassagen von A nach B bei dem das benötigte Equipment zu tragen ist. Die Rennen werden stets im 2er Team bestritten: Mens, Womens oder Mixed. Swimrun kommt aus Schweden und die Schweden sind hier im Moment auch noch die absoluten Spezialisten. Diane kommt ursprünglich aus der Schweiz, lebt aber in Stockholm - sie ist also für den Swimrun Engadin der Top-Partner für das Mixed Team. Zudem verbringt sie ihre viele freie Zeit am Ende des Studiums mit Sport und Sport und Swimrunsessions. Optimal also. 


Am Samstagnachmittag war ich noch in Edenweiler am Start. 1. Liga Rennen mit meinem Team LG Steinlach. Ein Sprinttriathlon als Vorbereitung auf das große Rennen am Sonntag also. Das Schwimmen war im Teamrennen entspannt, das Radfahren mit Zug und das Laufen grenzte eher an einen X-Terra als an eine Liga-Strecke. Wir schlugen uns aber gut und liefen gemeinsam ins Ziel. Auch das Unwetter im Rennen hatte nicht vermocht uns niederzuringen. Für mich ging es im Kopf ohnehin schon um den nächsten Tag.
Sonntag: Angekommen gegen 20 Uhr am Vorabend war das Gefühl nicht wirklich frisch als der Wecker 5:50 Uhr klingelte. Frühstück um 6 Uhr stand auf dem Plan. Wer kann um diese Uhrzeit schon viel Essen? Ich schaffte 2 kleine Scheiben Brot und etwas Banane. Der Start sollte in Maloja erfolgen, die Strecke über Silvaplana nach St. Moritz und zurück nach Silvaplana gehen. Mit dem Bus wurde 160 2er Teams nach Maloja gefahren. Anderen Menschen bot sich ein witziges Bild. Ein Haufen skurriler Typen (w+m) in Neoprenanzügen mit Pullkicks und Paddles bekleiden und Kompressionssocken und Schuhe tragend standen im Sonnenaufgang an der Bushaltestelle. 
8 Uhr: Start in den Bergen bei Maloma auf knapp 2.000 Metern Höhe.
Auf dem Plan standen nun 40 Kilometer unbefestigte Trailpassagen inklusive 2.000 pos. Höhenmetern und 6 km Schwimmen in den 10 bis 12 Grad kalten Seen.

Das Rennen in Worten folgt...

SWIMRUN ENGADIN

20.06.17 - Die Vorfreude steigt, auch in der Liga wird es spannend

Die Form entwickelt sich. Das Laufen funktioniert gut, der Fuß spielt mit. 35 oder 40 km in 2 Tagen im 4er Schnitt sind wieder machbar - der Doc hat gute Arbeit geleistet. Und auch Schwimmen ist bei dem Wetter etwas feines, Sonne und Wasser eine Kombination die so wohl nahezu unschlagbar ist. 
Als nächstes stehen 2 Liga Rennen an, dieses Woche in Erbach und in 2 Wochen eines in der Nähe von Ravensburg. Das letztere Rennen ist am Samstag, den Sonntag wird es dann spannend. Diane (siehe Bericht zuvor) und ich sind gemeldet für den ÖTILLÖ SWIMRUN Engadin in der Schweiz am 09. Juli. 6km Schwimmen und 40km laufen mit 2000 Höhenmetern. Es wird also spannend werden und hoffentlich hart. Da mache ich mir aber keine Sorgen - die Bergseen sind kalt und das Wetter im Vorfeld oft unsicher. Ich freue mich und fiebere dem Rennen entgegen.

die ersten rennen

10er, Liga & die Liebe Swimrun

Update:
Das erste Rennen nach der langen Verletzungspause war ein Schnellschuss. Den ganzen Tag gearbeitet, zum 10 km Lauf nach Mössingen gedüst und 30min später gestartet. Die ersten 5km waren sogar ganz brauchbar in der Hitze der Stadt. Dann folgte der etwas unwillige Kopf. Die Zeit auf der welligen Strecke eher Nebensache, ich trabte als 8. in Ziel - freute mich aber mal wieder am Start einer Veranstaltung gewesen zu sein. Das Ziel war klar: fitter werden.

 

Das zweite Rennen dieser Saison sollte ein Liga Rennen werden. Ohne Windschatten in den Weinbergen um Neckarsulm. Die Strecke übel bergig, genau das Richtige um richtig hart zu leiden. Haha, so kam es auch. Schwimmen sehr passabel, bekam ich nach der Hälfte der Radstrecke auf dem schmalsten Stück im Anstieg bei 15 Prozent Steigung eine Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens. Zusammen mit einigen anderen. Schade, etwas unfair im Anstieg aber Sportsmann genug um nicht das Diskutieren anzufangen. Das Laufen lief dann wirklich anständig und meine Platzierung ausbaufähig - aber wartet nur, der Tim kommt noch zurück - irgendwann :). 

 

Nun kommen wir zur Herzensangelegenheit. Letztes Jahr bin ich zusammen mit Felix Schumann angeheizt durch Markus Rössel erstmals SwimRun an der Costa Brava gestartet und was soll ich sagen: es war ein Fest. Eine Kombination zweier genialer Sportarten in einer Traum-Kulisse. Dazu eine gehörige Portion Höhenmeter und eine Streckenlänge über Marathon. Nach dem zweiten Platz overall Mens Category war uns klar - wir müssen sowas nochmal machen. 
Unsicher wie gut mein Fuß nach der OP schon verheilt ist und was ich ihm zumuten konnte viel die Entscheidung zusammen mit der in Stockholm lebenden Schweizerin Diane Sadik "nur" die Sprintdistanz zu starten. Das Rennen war wunderschön. Gestartet bei knapp 20 Grad und Sonne brachte es uns von Insel zu Insel im Südosten von Stockholm, eine Kulisse wie sie selbst Rosamunde Pilcher nicht besser stellen könnte. Diane war top fit und auch ich hatte einen guten Tag. Wir gaben richtig Gas und finishten nach 2 bis 3 km Schwimmen und ungefähr 12 km laufen auf Platz 2 Overall, first in Mixed Category, Es war mir eine Freude.

33.000 Schritte

14.04.17 - die blöde Berta

Den gestrigen Tag habe ich von 8:00 bis 21:00 Uhr im Geschäft verbracht. Die gesammelten Schritte könnt ihr links im Bild bewundern. Jeder Job hat wohl so seine Eigenheiten, in einem Laden mit fast 1.400 m2 bin ich aber viel am "laufen", meist zügigen Schrittes.

Apropos Schritt. Da habe ich euch eine Story von meiner Woche. Gruselig :D.
Ich hatte eine Kundin. Mit einem netten "Hallo, was kann ich für Sie tun" startete ich in den Dialog. Mir gegenüber eine Dame mit knapp 60 Jahren. Nennen wir sie Berta. Berta wollte einen Schrittzähler. Nach Nachfragen wusste ich, dass Sie am Vortag bereits durch einen meiner Mitarbeiter beraten wurde und ich empfahl ich das für sie von der Handhabung simpelste Gerät. Es sollte lediglich die Schritte und die Kilometer anzeigen, das nächst wertere Gerät mit Kalorien sollte es nicht definitiv nicht sein. Das Gerät ist eingeschweißt, die Handhabung per Bilder in der Anleitung erklärt. Sie bat mich es ihr nach ihrem Kauf noch einzustellen. "Sehr gerne" entgegnete ich und ging mit Ihr zur Kasse. Das Gespräch bis dahin dauerte schon knapp 8 Minuten, lang für ein simples Gerät um 24,99, aber Berta war anspruchsvoll und teilweise schnippisch in Ihrer Redensart, auch Vertrauen schien Sie in die Beratung eines jungen Mannes wenig zu haben. 
Bezahlt an der Kasse öffnete ich mit einer Schere die Verpackung und erklärte ihr erneut die Handhabung und wünschte viel Spaß. Sie wollte noch ihre Schrittlänge ausgemessen haben und eingestellt bekommen. Dies zwar durch einen Tastendruck durch sie selbst machbar, aber gerne tue ich ihr auch dieses Gefallen. Berta wollte ja glücklich gehen. Aber dann. Berta fragte wo nun die Kalorien zu sehen seien. Ich innerlich schon leicht im Stress, weil ja andere Kunden auch warteten entgegnete, dass sie diese Funktion expliziert nicht wollte. Berta war sich jedoch sicher: "Ich habe Ihnen gesagt ich will auch Kalorien". Na super. Mit Kunden streiten, macht kein Sinn. Innerlich kreuzigte ich sie jedoch für diese Lüge. Sie bekam einen neuen Schrittzähler, den "alten" hatte ich nun ohne Verpackung und muss ihn reduzieren, na toll. In dem Moment wollte ich Berta einfach nur noch "loswerden". Wie kann man ein so einnehmendes Wesen haben, alles verlangen und erwarten und dabei so unfreundlich sein? Ist mir schleierhaft., End of Story: Am nächsten Tag bracht sie das zweite ebenfalls ausgepackte Gerät zurück mit der Begründung es sei nicht praktikabel. Sie bekam das Geld zurück. Alles für den "Dackel" alles für den Club. Oje.

Was du im Einzelhandel noch wissen solltest: Du wirst wenn du einen sehr guten Job machst nicht mit Trinkgeld oder einer Tafel Schokolade belohnt sondern nach Prozenten und Rabatten gefragt. Warum? Weil die Vergleichbarkeit auf dem Markt so groß ist und die Auswahl an Marken, Produkten und Preisen unendlich ist. Trotzdem: du hast ein Lächeln im Gesicht wenn sich die Menschen ehrlich und glücklich bei dir für die herausragende Beratung bedanken, diese tollen Menschen gibt es nämlich auch! 

 

First time over 10

05.04.17 - 12km können sooo weh tun

Im Trainingslager ist immer alles so einfach. Kein Einkaufen. Kein Essen kochen. Kein Maulverkehr. Kein voller Briefkasten. Keine Gartenarbeit. Keine Hausarbeit. Etc. Man denkt das Leben ist so einfach und man könne doch auch zuhause mal wieder mehr trainieren. Schließlich ist so ein Tag doch recht lang. PUSTEKUCHEN. Back Home haste dann den Schlamassel. 7 Uhr raus aus dem Bett, schnell eine Kleinigkeit schnabulieren und ab auf die Arbeit. Bloß vor den Mitarbeitern da sein und noch was am Schreibtisch schaffen. Neun bis Neunzehn dann Verkauf und was sagt die Garmin? 12km. Ja klar, geht´s eigentlich noch? Ich war doch gar nicht laufen. Nur durch den Laden gehechtet. Fuße sind trotzdem platt. Und überhaupt. Den ganzen Tag die schlechte Klimaanlagenluft - da geh ich sicher nicht mehr ins dämpfige Hallenbad oder das schweißdurchtränkte Fitnessstudio. Die Couch tut es auch oder ein Radler auf der Terrasse. Einfach mal frische Luft. Aber kein Sport. Zu k.o. 
Heute ist aber mein freier Tag, also außer ein paar Mails checken nicht so viel Termine. Frühstück fällt aus, ich mähe lieber Rasen und und trinke Kaffee. Einen, noch einen und eh ich mich versehe muss ich Bohnen nachfüllen. Gegen 12 entschloss ich mich die Laufschuhe zu schnüren und ne Runde zu laufen. Geiles Gefühl. In der Sonne. Einfach Rennen. Gibt es was schöneres? Kilometer vergehen, sogar den "kaputten" Fuß vergesse ich für einige Meter - toll. Ab auf den Spitzberg. Ab auf den Trail. Meine Kamera fängt einen Schnappschuss ein und weiter gehts Richtung Schloss Hohentübingen. 12 Kilometer stehen am Ende auf der Uhr. Das erste Mal mehr als 9 km, seit der OP. Danach Maultaschen und Kuchen - Profisportlernahrung. Dann Mittagsschlaf und Erkenntnis, dass die Beine brennen. Schöne Erkenntnis. Schönes Leben.

FUERTEVENTURA mit HHT

20.03.17 Zieht Euch warm an, es wird...

Etwa einen Monat habe ich keinen Status-Bericht mehr verfasst. Seit einigen Wochen versuche ich mich an der dritten Disziplin. Es fing an mit Einheiten von 2km im 6:30er Schnitt und ich steigerte auf 3 und 4km im 5:50er. Alles für Kenner der Szene und der Geschwindigkeiten keine großen Sprünge und sehr weit weg von der eigentlichen Form. 
Aber jetzt kommt´s: heute habe ich mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd. Wirklich. Genial. Was für ein Tag! Die Insel macht richtig Bock, wie immer. Heute morgen 7:00 Uhr stand ein kleines Läufchen von 4,5km und ein bisschen Koordination und Kraft an der Treppe an. Anschließend wurde, wie es sich für Feuerte gehört unter blauem Himmel gefrühstückt und im 10:30 Uhr für 4h der Drahtesel bestiegen. Wir "ritten" heute 4h und knapp 115km. Für die Gruppe stand ein Anschlusslauf auf dem Plan. Meine Idee war ursprünglich per Velo zu begleiten, doch: ich fühlte mich gut und ging in Laufschuhen mit. Am Ende standen 5,5km im 5er Schnitt. Der schnellste Kilometer in 4:30 - BÄÄÄÄÄM. Das hat gerockt und mich vor Freude hüpfen lassen. Das Gefühl nach so langer Zeit wieder etwas anknüpfen zu können und etwas laufen gehen zu können - einfach unbeschreiblich schön. 
Gerne schaut dazu auch einige Bilder auf meiner Instagram Seite an - diese findet ihr unter dem "Reiter" INSTAGRAM. Cheers.

Come On Bitch

09.02.17 Wenn der blöde Fuß anders will als ich

Der Plan für die Wiedereingliederung in die Gesellschaft der sportlichen Personen sollte rasch erfolgen und das Training schnell wieder beginnen. Doch wann ist "RASCH"? Für mich natürlich eher als für die Ärzte. 
Das erste Skaten am Kniebis ging recht schnell, auch die ersten Schwimmeinheiten oder das Rad fahren. Doch die mir liebste Sportart bleibt mir leider weiter verwehrt. Der Mittelfuß meldet sich bei allen Schritten schneller als 6km/h. Den Laufbandversuch mit trabenden Füßen bei 7km/h musste ich gar nach 300m abbrechen. Da hat sogar meine GARMIN mich ausgelacht, was mögen bloß die Leute im Studio gedacht haben!? OH - der sieht schnell aus, aber, huch, was macht der? Haha der kann ja gar nix. Selbst die dezent adipöse Mitte Vierzigerin neben mir war schneller und deutlich länger unterwegs. Hmm, es bleibt abzuwarten wann es hier losgehen kann...
Was bleibt nun? Schwimmhalle und Studio. Beides Räumlichkeiten mit schlechter Luft, Freiluftaktivitäten eher wenig - außerdem zu kalt. :D. Also: Abwarten und Kaffee trinken. Und versuchen den Körper anders in Form zu halten als mit dem Laufschritt.
Euer Nicht-laufender-leicht depressiver-Fitfam-Tryer

Surgery Talk

07.12.16 - Operation: "Flick den Timi z´samm!"

Die erste OP meiner Karriere habe ich erfolgreich überstanden. Überlebt, sollte ich sagen. Und, ohnehin hoffentlich die Letzte. Das Ganze war auch eigentlich nichts großes, eher unwahrscheinlich spannend. Früh am Morgen ab ins Krankenhaus. Beim Nummer ziehen direkt mal James Bond geworden. 007 stand auf dem Bon, dann Gespräche mit einer bezaubernden Krankenschwester und ich bekam mein Outfit des Tages üebrreicht. Stellt man sich das jetzt wie in Shopping-Queen vor liegt man falsch. Du muss eher an Omas alte Topflappen oder Geschirrtücher denken! Alles etwas ohne Form, schreckliche Muster und seit wann erhält Webware wieder Einzug in die Oberbekleidung des Mannes? Zumindest bekam ich es alleine ohne Probleme angezogen. Das OP-Hemd. Und der OP-Schlüpfer erst, eine Augenweide. Toll.

Gekleidet in Übergröße und Netzschlüpfer ging es dann Richtung OP-Saal, natürlich hatte ich einen Chauffeur und wurde im Bett liegend gefahren. Top Service haben die Privatpatienten unter die ich mich zu mischen vermochte. Nochmal die Abfrage des Namens, Alter und so und schlucken von so tollen Sachen und dann wurde es schon langsam schwarz, oder weiß? Ich weiß es nicht mehr - war aber geil!

 

Euer leicht benommener Patient